Dienstag, 5. Februar 2013

Haushaltshilfe - auf ein Neues

Inzwischen ist es wieder soweit - mein Mann und ich arbeiten beide wieder in Vollzeit - unsere Kleine ist ein Jahr alt und fühlt sich in der Krippe auf ihrem Halbtagespatz wohl.
Viel zu lange hatte ich es schleifen lassen, aber jetzt ist es wirklich an der Zeit, eine Haushaltshilfe zu suchen. Ich studiere die Zeitungen, die es bei uns zu lesen gibt und inseriere in einer Zeitung, in der ich ganz ähnliche Anzeigen finde - "Zuverlässige Putzfrau..." und so weiter.
Das Ergebnis ist ernüchternd. Natürlich ist es schön, dass es in unserer Stadt offensichtlich nur sehr wenige Frauen nötig haben, putzen zu gehen. Denn, ja, es ist ein anstrengender Beruf und macht sicher nicht so viel Spaß wie mein eigener. Aber ein kleines bisschen mehr Rückmeldung wäre schön gewesen. Bei einigen Anruferinnen stoße ich auch ganz klar an die Grenzen meiner Kommunikationsfähigkeiten. Es klingelt und ich melde mich. "Du - Putzfrau suchen?" schreit mir jemand entgegen. Jedenfalls interpretiere ich die Laute so. "Ja!" rufe ich zurück. "Drei Stunden die Woche!". Es folgt ein Schwall von Lauten, die ich nur sehr entfernt als gebrochenes Deutsch interpretieren kann. Schließlich kommen wir an den Punkt, WO das Ganze den sein soll. Stand in der Anzeige, aber egal. Als ich der Dame klar mache, wo genau der Ort liegt, flaut das Interesse schlagartig ab. Irgendwie erleichtert lege ich auf.
Angesichts dieses Anrufes wundert es mich nicht, dass einige Anruferinnen in meiner Abwesenheit nicht auf den Anrufbeantworter sprechen wollen. Gut, wer diese Hürde nicht nimmt... Schließlich mache ich dann doch endlich (!) mit einer Dame einen Termin aus. Diesen darf sie sich aussuchen, am Wochenende, da bin ich ja zu Hause. Eine Viertelstunde vor dem vereinbarten Termin kommt eine SMS. Sie habe Besuch, ob sie auch 3 Stunden später kommen dürfe. Ich schreibe zurück, dass das ok sei, sie schreibt nochmals "ok". 4 Stunden später ist immer noch niemand gekommen. Ist es denn die Möglichkeit?
Am nächsten Tag fällt mir noch ein örtliches Anzeigenblatt in die Hände. Ich rufe aus lauter Verzweiflung bei einer Anzeige an, die ebenfalls eine Putzhilfe suchen. Ob man sich zusammentuen könne, bei der Suche. Aber diese Familie ist schon fündig geworden und ist überrascht über meine Schwierigkeiten. Aha. Anscheinend habe ich doch die falsche Zeitung gewählt. Ich setze eine neue Anzeige auf. Endlich mehrere halbwegs vernünftige Anrufe - und ja, tatsächlich auch von deutschen Muttersprachlern. Genauer gesagt zwei. Eine kann nur am Wochenende und abends - also genau dann, wenn wir zu Hause ausruhen möchten. Die andere will nur schwarz arbeiten, da sie sonst zu viel verdient. Aber - es ruft auch Frau B. an. Keine deutsche Muttersprachlerin, aber ich kann sie gut verstehen. Sie kommt pünktlich zum vereinbarten Treffen. Kaum habe ich sie gesehen, weiß ich: Die ist es. Wir werden uns schnell über Preis und Uhrzeit einig, am selben Abend lade ich mir bei der Minijobzentrale das entsprechende Formular und den Musterarbeitsvertrag herunter (ja, Urlaubsanspruch, Fortzahlung im Krankheitsfall, ordentlicher Stundenlohn, so wie ich selbst behandelt werden möchte) und fange an mich zu entspannen. Zu Recht. Heute war Frau B. das erste Mal hier und ich könnte jubeln: Endlich nicht mehr abends nach 11 Stunden außer Haus noch putzen müssen. Und auch nach nur 4 Stunden außer Haus nicht mehr putzen müssen, sondern nur ab und zu was aufräumen. Wie herrlich!

Und: Was ich jetzt unterschlagen habe: Ja, es hat auch ein Mann angerufen. Nein, ich habe ihm keine Chance gegeben. Ja, ich habe ihn wegen seines Geschlechts diskriminiert. Nicht, weil ich glaube, dass Männer nicht putzen können. Im Gegenteil! Aber ich möchte in meiner Privatsphäre lieber eine Frau lassen. Ist das Messen mit zweierlei Maß? Vielleicht. Sind ja aber auch zwei verschiedene Dinge. Oder?

Kommentare:

  1. Glückwunsch. Schön ist das. Kann ich voll und ganz nachempfinden. An "Hausfrau und Mutter" hat mich auch schon immer am meisten der "Hausfrau"-Part gestört :-)

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  2. Jaha, das kann ich gut nachvollziehen! Das Leben ist soviel entspannter wenn man einen großen Teil des Haushalts nicht mehr selbst machen muss...

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