Mittwoch, 18. April 2012

Teilerfolge - wir versuchen es

Nachdem sich gezeigt hat, dass unser Betriebsrat der Meinung ist, seiner Aufgabe Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu fördern nicht nachgehen muss, versuchen wir es noch ein letztes Mal mit der Flasche. Freitag, Samstag und Sonntag. Am Freitag ist meine Mutter da und versucht es mit dem Muttermilch gefülltem Fläschchen. Und siehe da - kein Gebrüll. Es wird zwar nicht wirklich getrunken, aber die Flasche wird geduldet. Jetzt der Göttergatte am Samstag: Erfolg, Erfolg, und das sogar zweimal hintereinander! Die Muttermilch aus der Flasche wird getrunken! Euphorie macht sich breit. Am Sonntag simulieren wir meine 5-stündige Abwesenheit, in der ich die Steuererklärung anfange. Es zeigt sich, dass unser Superbaby an diesem Tag der Meinung ist, nicht aus der Flasche trinken zu wollen. Göttergatte übersteht die 5 Stunden dennoch mit Ablenken, Baby auf seinem Bauch schlafen lassen, herumtragen. Wir fassen einen Entschluss: Der Samstag hat gezeigt, dass das Baby aus der Flasche trinken kann, aber nicht unbedingt will. Aber auch, wenn mal ein Tag "ich mag die Flasche nicht" herrscht, schafft mein Göttergatte das wohl. Auch scheint unser Baby die Flaschenattacke trotz Verweigerung sehr viel besser weggesteckt zu haben als die letzten Male, sie schimpft nicht mehr mit der Brust und lacht gleich nach dem Stillen wieder vergnügt. Eine Absprache mit der Stillberaterin bestärkt uns: 5 Stunden schaden dem Kind nicht (es soll ja Kinder geben, die ohnehin nur alle 4-5 Stunden trinken wollen - zu denen gehört mein Baby aber nicht...), auf Dauer wird es sich dann vielleicht doch an diesen Rhythmus gewöhnen. Eine zweistündige Abwesenheit meinerseits zum Rückbildungskurs übersteht Göttergatte ebenfalls recht gut - Superbaby trinkt etwas meckernd, aber dann doch ein paar Schlucke - was wir schon mal als Erfolg verbuchen.
Dass unser Baby überdurchschnittlich viel zugenommen hatte bestärkt uns zusätzlich. Wir wagen es. Ich vereinbare mit meiner Chefin, dass ich an 5 Tagen der Woche je 4 Stunden zur Arbeit komme. Das heißt, dass ich 5 Stunden außer Haus bin. Falls es zu schlimm wird, ruft mich Göttergatte an und ich eile wieder nach Hause - mein Gleitzeitkonto ist ja zum Glück prall gefüllt, und meine Chefin die beste und verständnisvollste Chefin der Welt. 

Kommentare:

  1. Gratuliere zum Teilerfolg mit dem Trinken, zum hilfsbereiten Göttergatten, zur verständnisvollen Chefin! Ihr schafft das!

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  2. Als ich bei meiner zweiten Tochter nach 5 Monaten wieder los musste trank sie problemlos abgepumpete Milch aus der Flasche und zwar egal ob AP, Oma oder Papa gefüttert haben. Ich war also im Gegensatz zu dir voller guter Hoffnung.

    Mit dem ersten Arbeitstag hat sie die Flasche in meiner Abwesenheit nicht mehr angeschaut und zwar egal ob ich 2 oder 8 Stunden weg war :( Sie hatte gute Laune und hat auch nicht geschrien, aber sie hatt nicht getrunken. Unser AP und ich waren verzweifelt.

    Ich war total frustriert und hatte leider nicht die Möglichkeit einfach nach Hause zu fahren, da ich erstens meinen Arbeitsplatz nicht einfach verlassen kann und über eine Stunde Fahrtzeit hatte.

    ABER die Geschichte soll dich ja nicht schocken, sondern Mut machen. Es hat unserem Kind überhaupt nicht geschadet. Wir haben vor und direkt nach der Arbeit gestillt und dann (hier kommt der Haken ;) ) eben in der Nacht alle 2-3 Stunden getrunken. Als ich völlig verängstigt Kinderarzt und Hebamme befragte meinten die nur: Es ist deinem Kind völlig egal ob es Nachts durchschläft = 8 Stunden nichts trinkt oder Tagsüber. Die Frage ist ob du es durchhälst.

    Und nach ein paar Wochen war der Spuk dann zum Glück auch vorbei und sie hat wieder ohne Probleme die Flasche genommen.

    So wie du deine Situation schilderst dürfte es eigentlich nicht zu schlimm werden. Am besten klappt es wenn Frau versucht sich möglichst wenig verrückt zu machen. Was aber leider viel leichter gesagt als getan ist, ich weiß.

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