Dienstag, 10. Juli 2012

Betreuung - ein Trauerspiel

Nachdem klar war, dass wir für eine Kinderfrau schlichtweg zu arm sind, waren wir bereits fleißig auf der Suche nach einer Tagesmutter. Nun war ich ja der Meinung, es ganz besonders frühzeitig angefangen zu haben, indem ich bereits während meiner Schwangerschaft beim Tagesmütterverein war und mich habe beraten lassen. Wie abgesprochen schickte ich kurz nach der Geburt meiner Kleinen das ausgefüllte Formular dorthin. Wie bereits berichtet, war das Ergebnis überaus dürftig. Das Kindernest, das wir in Aussicht hatten, hat uns abgesagt. Beim Tagesmütterverein hatte ich inzwischen schon Dutzende Male angerufen - ohne Erfolg. Hieß es am Anfang noch, das ganze sei ja kein Problem, war jetzt auf einmal die Rede davon, dass die Kleine halt doch noch sehr klein sei. Eine Tagesmutter fand sich bis jetzt nicht.
Nachdem ich die letzten Wochen mit Bewerbungen und Bewerbungsgesprächen beschäftigt war, habe ich das Thema zugegebenermaßen auch schleifen lassen. Um heute einen neuen Höhepunkt der Frustration zu erleben. Nachdem ich im Tagesmütterverein weiterhin nicht voran komme, telefoniere ich kurzerhand alle KiTas in Reichweite ab. Es sind 19 Stück. Nicht eine einzige davon macht mir auch nur im Entferntesten Hoffnung. 80 Bewerbungen auf 20 Plätze hier. 150 Kinder auf der Warteliste da. Spontan möchte ich Frau Schröder in die Finger bekommen und sie windelweich prügeln. Aber noch mehr möchte ich mich selber weich klopfen. Warum war ich nur so naiv und habe mich auf das "Das kriegen wir schon hin" dieser Tante aus dem Tagesmütterverein verlassen? Wie blöd kann man sein? Und nun? Ich drucke die Formulare aus und beginne mit dem Ausfüllen. Auch wenn wir wohl jetzt keine Chance mehr auf einen Platz haben - werden wir wenigstens in der Warteschleife versauern.
Und was machen wir, wenn unsere Vollzeit ansteht und wir keine Lösung gefunden haben? Ich mag gar nicht daran denken. Wer Tipps hat, die sind hier dringend von Nöten!

Kommentare:

  1. Liebe Hanna,

    das kenne ich leider. Und konnte auch nur zu Job-Bestzeiten 1700 € brutto nur für eine Kinderfrau ausgeben. Mit den Krippenplätzen ging es mir genau wie dir. Es ist zum Haareraufen.

    Ich habe viel mit Springern gearbeitet, also z.B. eine Studentin für 6 Wochen als 600 €-Job (das kann man gerade noch bezahlen, wenn das Gehalt normal ist), die für 8 € die Stunde kam. Aber 75 Stunden im Monat ist halt auch nicht viel, da muss ein Kindergartenplatz her.

    Wenn du erst Mal arbeitest, geht's meist schneller, aber die Anfangsphase ist anstrengend, bis sich das eingependelt hat.

    Alles Gute!

    AntwortenLöschen
  2. Ach, und Nachtrag: Ein Au-Pair kann auch eine Lösung sein, hatte ich 3 Mal, war 2 Mal gut. Die arbeiten 30 Stunden pro Woche und kosten de facto etwa 500 € im Monat.

    Hier habe ich übrigens über meine Kinderbetreuungslösungen gebloggt:

    http://www.mama-arbeitet.de/kinderbetreuung/kinderbetreuung-meine-liste

    Lieben Gruss, Christine

    AntwortenLöschen
  3. Und dann reden sie davon, dass Betreuungsgeld die Wahlfreiheit sichert. Sicher, wir prügeln die armen Kinder ja in die Krippe, damit wir die Plätze voll kriegen, ist klar ...

    Ich könnt so sauer werden, wenn ich solche Irrgartenläufe um einen Betreuungsplatz lesen muss. Tut mir sehr leid für Dich. Blödes Bundesland, kann man da nur sagen. Und von wegen Rahmenbedingungen etc. Aber das weißt Du ja schon alles mehr als gut ...

    AntwortenLöschen